Seminar: Umgang mit Risiko | Dealing with risk (Deutsch)

Prof. Wolfgang Gaissmaier
Tue 13:30 – 15:00
Room G 421

Das Seminar ist als Projektseminar geplant. Ziel ist es, in drei Gruppen à ca. 8 Personen jeweils eines der drei Kernthemen zu bearbeiten, die da wären: Risikowahrnehmung, Risikokommunikation, Risikoverhalten. Die Gruppen sollen die Wissenschaft zu diesen Themen für eine breitere Öffentlichkeit verständlich aufbereiten und dazu jeweils eine Website gestalten (technische Unterstützung ist natürlich gegeben). Dafür können kurze Texte verfasst werden, Schaubilder entworfen werden, Videos gedreht werden oder sogar kleine Befragungen oder Experimente durchgeführt werden.
Prüfungsleistung ist das Ergebnis der Gruppenarbeit sowie ein individuell zu verfassender kurzer Bericht darüber (4-5 Seiten).
Große Teile des Seminars bestehen aus selbständiger Gruppenarbeit, bei der auch Aufgaben innerhalb der Gruppen selbständig aufgeteilt werden und individuell Rücksprache mit dem Dozenten gehalten wird. Ein Plenum mit allen Teilnehmenden zum regulären Seminartermin wird nur manchmal stattfinden. Bei diesen wird Anwesenheit erwartet.
Das Seminar ist zugegebenermaßen experimentell und folgt dem Wunsch vieler Studierender, einmal etwas anderes als immer nur Referate zu erleben. Es steht und fällt mit dem Engagement der Studierenden. Daher bitte ich Sie, sich nur anzumelden, wenn Sie sich vorstellen können, sich wirklich aktiv und gestalterisch einzubringen. Dazu können Sie gerne auch grundlegende Ideen zur Seminargestaltung mit einbringen. Meine Idealvorstellung ist, hier gemeinsam mit Ihnen etwas Neues zu entwickeln.

„In dieser Welt ist nichts gewiss, außer dem Tod und den Steuern“, hat Benjamin Franklin bereits 1789, am Vorabend der französischen Revolution, geschrieben. Diese ironische Aussage verdeutlicht, dass alles im Leben ungewiss und mit Risiko behaftet ist und wir dieser Ungewissheit permanent ausgeliefert sind. Doch anstatt mit dieser Unsicherheit umzugehen vermeiden es viele Menschen, tatsächliche Evidenz zu berücksichtigen. So fürchten sie sich oftmals vor den falschen Dingen oder haben übertriebene Hoffnungen. Dabei handelt es sich um ein kollektives Problem, das keinesfalls nur Laien betrifft, sondern auch Experten. Wir brauchen dagegen eine Gesellschaft, in der Bürgerinnen und Bürger lernen, informiert mit Risiken umzugehen und zu leben, am besten bereits im Kindesalter. In der Veranstaltung soll herausgearbeitet werden, wie und warum Menschen Risiken eingehen, wie es zu Missverständnissen beim Umgang mit Risiken kommt und wie sich Risiken effektiver kommunizieren lassen, aber auch, welche gesellschaftlichen und interessenspolitischen Hindernisse es dabei gibt.
Keywords: Risk perception; Risk communication; Collective statistical illiteracy / innumeracy; Transparent representations of risk; Decision making

Die Teilnehmenden sollen lernen, grundlegende Mechanismen der Risikowahrnehmung und -kommunikation sowie des Risikoverhaltens und deren Bedeutung für die Praxis zu verstehen. Folgende Kompetenzen sollen dabei vermittelt und trainiert werden:

  • Das Lesen, Interpretieren, und Hinterfragen von wissenschaftlichen Arbeiten
  • Das Aufbereiten von wissenschaftlichen Erkenntnisse für eine breitere Öffentlichkeit
  • Das Illustrieren von wissenschaftlichen Fakten durch praktische Beispiele
  • Das Diskutieren der breiteren gesellschaftlichen Implikationen der psychologischen Forschung in diesem Gebiet

Es wird erwartet, dass die Teilnehmenden

  • sich aktiv in einer der drei Gruppen beteiligen und hierbei auch selbständig Verantwortung übernehmen
  • an den von Zeit zu Zeit stattfindenden Plenumssitzungen teilnehmen (zum regulären Seminartermin)
  • einen kurzen Bericht über die Gruppenarbeit verfassen (4-5 Seiten)